12. Oktober 2015, 20:00

Im Blickpunkt: Das Pariser Ensemble Court-Circuit

Court-circuit_kleinWenn zwei elektrische Leitungen aufeinandertreffen, die unter Spannung stehen, kommt es zum Court-circuit – zum Kurzschluss. Oft mit fatalen Folgen. Auch „Kurzschlusshandlung“ haben oft fatale Konsequenten. Aber es geht auch anders: In der Musik z.B. können durch „sich reibende“ Klänge Spannungen entstehen. Wenn die in Kontakt kommen, entstehen neue Klänge in unerhörten Dimensionen.

Bereits in der Spielzeit 2011/12 war „Court-circuit“ „Ensemble in Residence“ des Philharmonischen Orchesters. Seitdem verbindet beide Klangkörper eine fruchtbare Zusammenarbeit mit gegenseitigen Besuchen. Im Herbst 2015 treffen sie sich ein weiteres Mal, um nach einer gemeinsamen Arbeitsphase im Seminarzentrum Siggen, einem Ort für europäische Begegnungen und interdisziplinäre Akademien, Werke französischer und deutscher Komponisten der Gegenwart zu präsentieren.

1991 gegründet, erhob das Ensemble Court-circuit von Anfang an den Anspruch, Raum für musikalische Experimente zu schaffen und Grenzen durch den Zusammenschluss mit anderen Kunstformen in interdisziplinären Projekten zu überschreiten. Das Konzert als soziales Ereignis zu begreifen und den Austausch mit ihren Zuhörern zu pflegen, ist den Musikern ein großes Anliegen. Das beeindruckende Talent seiner Mitglieder, ihr präzises Spiel, die Vielfalt der Klangfarben und die tiefempfundene Musikalität führten das Ensemble schnell in die Spitze der Neue-Musik-Szene.

Programm:
Philippe Leroux (*1959): AAA
Philippe Hurel (*1955): Figures libres
Matthias Pintscher (*1971): A Twilight’s Song (mit Sopran)
Wolfgang Rihm (*1952): In Frage

Mitwirkenden:
Gesine Forberger, Sopran
Dagmar Klauck, Flöte
Sebastian Marschik, Viola
Dan-Constantin Velea, Violoncello
Antje Gräupner, Harfe
Musiker des französischen Ensembles „Court-circuit“
Evan Christ, Dirigent

Komponisten:

PHILIPPE LEROUX wurde von György Ligeti, einem der bedeutendsten Komponisten des vergangenen Jahrhunderts, geprägt. Viele seiner Werke sind von Mythen oder durch die Religion inspiriert.Schon früh interessierte er sich für Mikrotonalität und die Verwendung elektroakustischer Elemente in der Instrumentalmusik. Das spiegelt sich in „AAA“ (1995/1996) wider, in welchem er anstrebt, elektronische Klänge instrumental zu „übersetzen“, und somit eine neue musikalische Sprache kreiert.

Der in Paris lebende Künstler PHILIPPE HUREL, Gründungsmitglied des Ensembles Court-circuit, komponierte „Figures libres“ 2000-2001. Im Zentrum von Hurels Aufmerksamkeit stehen stets die Klangfarben. Rhythmisch orientiert er sich zuweilen am Jazz.

MATTHIAS PINTSCHER, Dirigent und Komponist, wurde in Marl geboren und lebt in New York sowie Paris. Seine Werke zeichnen sich durch einen filigranen Klang und ihre komplexen Strukturen aus. Eine seiner größten Errungenschaften war seine erste, von der Dresdner Semperoper in Auftrag gegebene Oper („Thomas Chatterton“). Beim Komponieren inspirieren ihn häufig Werke aus der bildenden Kunst und Literatur. Musikalische Vorbilder findet er in der Zweiten Wiener Schule; insbesondere freie Atonalität fasziniert ihn. „A Twilight’s Song“ entstand 1997.

WOLFGANG RIHM lebt in Karlsruhe und Berlin und hat bereits über 400 Werke verschiedenster Gattungen geschaffen. Auch ihn inspirieren schon seit frühen Jahren andere Künste (Malerei, Literatur); er beschäftigte sich ebenfalls intensiv mit den Komponisten der Zweiten Wiener Schule, unter anderem Schönberg und Webern. Die Schlusstakte von „In Frage“ (1999-2000) sollen im Zug nach Freiburg – Rihm war gerade auf dem Weg zum Ensemble Recherche – entstanden sein. Bis zur Uraufführung blieben für die Einstudierung nur noch fünf Tage.

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