Maison de France

Berlin ist mit seinem überaus reichen kulturellen und musikalischen Angebot in Deutschland einmalig und genießt europaweit einen wachsenden und herausragenden Ruf als kulturelles Zentrum. Nach Berlin strömen Kulturschaffende und Kulturtouristen, Entscheider aus Wirtschaft und Politik. Sich hier zu positionieren, ist für zahlreiche Unternehmen und Institutionen zu einer wichtigen strategischen Entscheidung geworden. Auch und gerade für kulturelle Institutionen aus dem In‐ und Ausland wird Berlin damit zur Bühne schlechthin.

Maison de France_Boris Streubel Im Herzen des Berliner Westens, der heute wieder zu einem eleganten Stadtzentrum wird, befindet sich das geschichtsträchtige Gebäude Maison de France, das eine Vielzahl von kulturellen Institutionen und Organisationen, wie das Institut Français Berlin, die Bureaux spécialisés (Musique française, Théâtre et Danse) und das Cinéma Paris beherbergt. Seit August 2012 ist es auch Sitz des Impresariat Simmenauer und der PR‐Agentur maren borchers • for artists.

Die Maison de France ist als eines der ersten nach dem Zweiten Weltkrieg in Berlin wiederhergestellten Bauwerke ein Denkmal von außergewöhnlicher geschichtlicher Bedeutung. Hier hat Frankreich als eine der Siegermächte ein Kulturinstitut als Ort des geistigen Austauschs und der politischen Verständigung nach der militärischen Niederschlagung des NS-Regimes geschaffen, das bis heute eine wichtige Rolle spielt.

1897 wurde die Maison de France beim Ausbau des Kurfürstendamm als Wohnhaus in neobarocker Form errichtet, um 1927-29 im Stil der Neuen Sachlichkeit zum „Haus Scharlachberg“ (benannt nach der Leuchtreklame an der Fassade) umgestaltet zu werden. Im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört, wurde die Ruine nach Kriegsende als Bar, Cabaret und Hotel genutzt, bis die britische Militärregierung den Berliner Architekten Hans Semrau beauftragte, der noch 1948 während der Berliner Blockade die Planung und die notwendigen Abbruch- und Sicherungsarbeiten an der Ruine aufnahm. So konnte unmittelbar nach dem Ende der Blockade im Mai 1949 der Wiederaufbau beginnen.

mi03693d04aAm 21. April 1950 wurde die Maison de France feierlich eröffnet. Das Institut Français, wie es seit einigen Jahren offiziell heißt, beherbergte nicht nur verschiedene kulturelle Einrichtungen, sondern auch französische Restaurants, Geschäfte, ein Reisebüro und das Generalkonsulat, das 2002 an den angestammten Ort in der Pariser Botschaft am Pariser Platz zurückgekehrt ist.

AnschlagDie Entwicklung des Hauses erfuhr durch den Sprengstoffanschlag im Jahr 1983 durch den Attentäter Johannes Weinrich, der rechten Hand des Terroristen Carlos, der seine Geliebte aus französischer Haft freipressen wollte, einen schweren Einschnitt. Die Maison de France wurde erneut zu einer einsturzgefährdeten Ruine. Zehn Jahre später aber konnte der geschichtsträchtige Bau gründlich restauriert werden und ist nun als 1000. Objekt in das Berliner Denkmalbuch eingetragen.